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S5F5: Der Prozess vor Pilatus

    Die fünfte Staffel der Schrifterzähler widmet sich in sieben Folgen der matthäischen Passionserzählung. Die Evangelien als Ganze werden zu Recht als Passionsgeschichten mit ausführlicher Einleitung bezeichnet. In der fünften Folge der fünften Staffel nimmt die Geschichte mit dem Prozess vor Pilatus eine entscheidende Wendung. Jesus wird wegen Hochverrates angeklagt: Er soll behauptet haben, er sei der König der Juden. Die von den Anklägern vorgetragenen Beweise sind anscheinend schwach; Jesus schweigt. Nach römischem Prozessrecht – und die Schilderungen der Evangelisten deuten darauf hin, dass Pilatus sich an ihm orientiert hat – hätte Jesus freigesprochen werden müssen: In dubio pro reo! Im Zweifel für den Angeklagten! Pilatus aber ist korrupt und erpressbar. So gerät Jesus zwischen die Fronten. Pilatus beugt das Recht und verurteilt Jesus zum Tod am Kreuz: Ein glatter Justizmord!

    Werner Kleine und Till Magnus Steiner gehen den Leerstellen des Prozesses Jesu vor Pilatus, von dem in allen Evangelien die Rede ist, nach und erzählen ihn neu und anders. Dabei lesen sie zwischen den Zeilen und bringen neue Perspektiven zum Vorschein.

    Die beiden neuen Schrifterzählungen könnt Ihr hier nachlesen:

    „Ho Mikrós ermittelt – Der Prozess“, von Werner Kleine

    „Die Doctrina Pilati“, von Till Magnus Steiner

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    In der sechsten Folge der fünften Staffel folgen wir der matthäischen Erzählung der Passion Jesu weiter und erzählen Euch dann die Geschehnisse um die Hinrichtung Jesu am Kreuz neu – seid gespannt!

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    Weiterführende Links:

    • Werner hat sich der Matthäuspassion bereits in seiner Reihe „Glaubensinformation“ gewidmet. Die Folge „Das Schicksal des Propheten – eine Einführung in die Matthäuspassion (Glaubensinformation)“ vom 13.3.2024 findet ihr bei Youtube.
    • In der Folge entspannt sich zwischen Till und Werner ein Streit um die Frage, ob Pilatus nicht nur in der äthiopisch-orthodoxen Kirche als Heiliger verehrt wird (was unstrittig ist), sondern auch bei den koptischen Christen. Sie haben nach der Aufzeichnung nachgeforscht. In der Tat ist die Lage komplex. Im aktuellen Synaxarium, dem Verzeichnis der Heiligen der koptischen Christen, findet sich tatsächlich kein Hinweis auf einen „Heiligen Pilatus“. Allerdings scheint er in der altägyptischen Kirche als Heiliger verehrt worden zu sein. Zudem gibt es in der heutigen koptisch-orthodoxen Kirche Stimme, die die Verehrung des Pilatus als Heiligen als lokale oder ältere Tradition ansehen. So gesehen scheint der „Heilige Pilatus“ in der koptisch-orthodoxen Volksfrömmigkeit hier und da eine Rolle zu spielen, nicht aber in der offiziellen Liturgie.
    • Wer sich näher mit den juristischen Hintergründen des Pilatusprozesses Jesu befassen möchte, dem sei nach wie vor das diesbezügliche Standardwerk „Der Prozess Jesu“ von Josef Blinzler empfohlen (Regensburg 1960). In jüngerer Zeit haben Werner Koch mit dem Werk „Der Prozess Jesu. Versuch eines Tatsachenberichts“ (Berlin 1992) und Michael Theobald „Der Prozess Jesu. Geschichte und Theologie der Passionserzählungen“ weitere Bücher zum Thema vorgelegt. Alle drei Autoren versuchen das Verhör vor dem jüdischen Hohen Rat und den Prozess vor dem römischen Statthalter auf der Basis historischer Quellen zu rekonstruieren.
    • Am Ende der Folge zitiert Till den Anfang des Romans „Barabbas“ von Pär Lagerkvist, Verag der Arche 1952.